Hinter den Kulissen…

… und auch hier in Cabo Verde ist wieder ein Monat vergangen … an Ereignissen, Aktivitäten und Höhepunkten nicht so intensiv wie der April. Aber ‚hinter den Kulissen‘ wird wie eh und je geplant, getüftelt, recherchiert, geknüpft (Kontakte u.v.m.) um dann eines Tages ganz unerwartet ein neues Bühnenbild präsentieren zu können!!!

Ende April haben wir bei der ‚Kommunalkredit Austria AG‘ um Ko-Finanzierung für den Bau des Kinder- und Jugendzentrums angesucht. Das hat dazu geführt, dass beim ‚Büro der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit‘ in Praia eine Anfrage über unser Projekt eingegangen ist. Dies wiederum hat die dortige Leiterin des Büros, Frau Eva Kohl dazu veranlasst dem Bürgermeister von Tarrafal einen Besuch abzustatten.

Ich habe diesem Gespräch nicht beigewohnt kann also nur das wiedergeben was mir Frau Eva Kohl nach dem Treffen berichtet hat. Der Bürgermeister findet unsere Fussballschule ganz ausgezeichnet, das Gesamtprojekt sehr gross und es gelte noch Einiges zu klären.

Die Fragen die sich mir diesbezüglich stellen: wenn es soviel zu klären gibt, warum ist es mir dann in 1½ Jahren nicht gelungen ein mehrmals ‚gefordertes‘ Gespräch mit allen Zuständigen der Gemeinde zu bekommen?! Meine Gespräche mit dem Bürgermeister haben nie länger als 2 Minuten gedauert weil der gute Mann natürlich sehr viel zu tun hat.

Diese kurzen Höhepunkt meiner unzähligen Stunden der Warterei auf der Gemeinde haben aber ausgereicht um von dieser 12.000! m² zur Verfügung gestellt zu bekommen … von wegen ‚zu gross‘ … ich werde daraus nicht wirklich schlau, versuche meine Schlauheit daher anderswo zu ergattern … ob mir dies gelingen wird, ist dann mit Sicherheit dem Monatsbericht Juli 2006 zu entnehmen!

Positiv ist auf alle Fälle, dass ich durch dieses Ansuchen sehr viel über die Vergabe von öffentlichen Geldern lerne. Ich habe diesbezüglich auch einen sehr guten Gesprächspartner in Praia, der mich immer wieder ‚aufklärt‘, hinweist und mir Empfehlungen gibt. Seine Hilfestellungen haben mich bisher immer weitergebracht und ich bin sehr froh über diese Bekanntschaft.

Noch etwas habe ich jetzt endgültig verstanden: öffentliche Gelder werden am liebsten an öffentliche Einrichtungen gegeben. Sprich: mir wird empfohlen die Gemeinde stärker in das Projekt einzubinden, teilweise wird mir sogar nahegelegt den Bau des Zentrums der Gemeinde zu überlassen weil ich dann leichter an öffentliche Gelder ‚herankomme‘ … es geht schliesslich um Sicherheit! Darum dass keine Gelder verschwendet werden, darum dass ordentlich abgerechnet wird. Darum das die Bauordnung eingehalten wird! Und es gibt anscheinend immer noch Menschen, die überzeugt sein wollen, dass all das am ehesten garantiert ist wenn öffentliche Einrichtungen ihre Finger im Spiel haben.

Ich persönlich bin nicht dieser Meinung … ausserdem hätte ich gerne einen Bruchteil der Summe den der Bau des Flughafens auf der Insel Brava gekostet hat. Die ‚Deutsche Technische Entwicklungszusammenarbeit‘ hat diesen dort errichtet um nach Fertigstellung festzustellen, dass dort nie ein Flugzeug wird landen können weil die Lateralwinde zu stark sind … und ich würde auch gerne bei demjenigen um Bauförderung ansuchen den die Biogasanlage in Pedro Badejo reich gemacht hat. Diese hat läppische 100 Millionen Schilling gekostet und verrottet fröhlich vor sich hin … all das zu ‚öffentliche Gelder müssen sparsam und sinngemäss eingesetzt werden und ich könnte doch die Gemeinde das Jugendzentrum bauen lassen‘ …

Aber ich verliere mich … wie so oft bei diesem Thema.

Grösster Schwachpunkt unseres Ansuchens bei ‚Kommunalkredit Austria‘ sind aber immer noch die fehlenden finanzstarken Projektpartner. Schliesslich handelt es sich um ein Ansuchen um Ko-Finanzierung.

So ist Liz Zimmermann in Österreich, Frank Mössinger in Deutschland, Beat Clerc und Daniela Liechti in der Schweiz und ich selbst hier in Cabo Verde auf der Suche nach diesen Partnern. Kontakte sind geknüpft, weitere werden gesucht, aber konkrete Zusagen fehlen! … Nicht aber die Zuversicht diese bald zu finden. Auch sind wir überzeugt, dass wenn uns einmal ein Anfang gelingt, sprich eine erste grössere Teilsumme vorhanden ist, wir leichter weitere Partner finden. Wir hoffen daher am 14. Juni bei der Vergabesitzung von Kommunalkredit Austria nicht ganz ‚durch den Rost zu fallen‘!

Abschliessend eine diesmal besonders inständige Bitte an alle Leser dieser Zeilen: wir brauchen Mitglieder, Spender, sprich ’noch mehr‘ Eigenkapital … vielleicht kennt ja jemand jemanden der jemanden kennt der helfen will, der Mitglied werden will, der bei Organisationen arbeitet die als Partner für unser Projekt in Frage kommen … wir sind dankbar für alle Hinweise, Ratschläge, Euros …

Herzlichen Dank und sonnigen Juni,

Florian Wegenstein

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