Alles ist möglich…

Ein heisser Monat … am Strand liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen … Abkühlung im herrlich frischen Meer … ein guter Kaffee in der Bar auf dem Felsen …

Ist alles möglich hier in Tarrafal, aber leider nicht für mich. Doch, ich war vielleicht fünf- sechsmal im Meer schwimmen. Aber ohne Bauchsonne vorher und Felsenkaffee nachher! … weil: ‚ich bin’s doch, der Fussballtrainer, der Fussballschulenleiter, der Kinder- und Jugendzentrumsfinanzierungssucher, der Monatsberichtsverfasser, der Restaurantbesitzer, der Familienvater …

Soviel zu meiner Gemütsverfassung. Weiter zu Tatsachenberichten:

  • Monat für Monat, Woche für Woche, Tag für Tag wird Fussball trainiert. Natürlich auch im Juni. Wobei vor allem das Nachmittagstraining der Kleinen (ab 16:00) von grosser Hitze geprägt ist. Den Trainierenden ist das eher egal. Dem Trainer schon weniger … aber schon alleine das Gefühl der Dusche nach dem heissen, staubigem Training ist es wert den inneren Schweinhund zu besiegen und 2 Stunden lang zu versuchen die Energie der Kleinen zu bündeln und auf den Ball zu konzentrieren.
  • Ende des Monats war die caboverdeanische Fussballnationalmannschaft auf einwöchigem Trainingslager in Tarrafal. Sie bereiten sich gerade auf diverse WM – Qualifikationsspiele vor (2:1 gegen Südafrika in Johannesburg verloren; 1:0 gegen Uganda in Praia gewonnen; 1:1 gegen Kongo in Praia). Ich habe diese Gelegenheit wahrgenommen und den Trainer der Nationalmannschaft gebeten er möge doch mit ein paar seiner Spieler einem Training der ganz Kleinen beiwohnen. Zu meiner Freude hat er sich auch sogleich dazu bereiterklärt. Das hat sich natürlich unter den Kindern herumgesprochen und plötzlich hat die Nachmittagsgruppe nicht mehr 25 Kinder gezählt sondern 125 … das konnte ich natürlich nicht wirklich ‚durchgehen‘ lassen. Es war ein mühsames Unterfangen die Kinder ‚rauszufiltern‘ die wirklich regelmässig zum Training kommen.

Leider war der Besuch des Trainers dann eine grosse Enttäuschung. Er ist in seinem nagelneuen Auto vorgefahren und hat es zunächst nicht einmal für notwendig empfunden dieses zu verlassen. Erst als ich mit den Kindern die Übungen beendet hatte und sie angefangen haben zu spielen bin ich zu dem Trainer. Netterweise hat er dann doch sein Auto verlassen. Er hat mich gefragt ob ich ausschliesslich auf diesem Erdboden trainiere oder auch auf dem Betonplatz. Mit Hinweis auf die Gelenke der Kinder, die ich nicht mit regelmässigem Training auf Beton ruinieren will, habe ich den Erd- Steinboden zu unseren einzigen Trainingsplatz erklärt. Sein Ratschlag dazu: ich solle bei der Regierung um einen Kunstrasenplatz ‚ansuchen‘.

Ich habe seine Idee für unglaublich grossartig erklärt, mir tausendmal auf den Kopf gegriffen weil ich nicht selbst darauf gekommen bin … dann habe ich ihn aber doch gebeten ein paar Worte zu den Kindern zu sagen. Das wollte er aber nicht. ‚Die spielen jetzt‘, hat er gemeint, ist in sein Auto gestiegen und weggefahren … Schade!

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