Betrieb wie gehabt

Jetzt ist die Fussballschule seit Anfang August in den Ferien und ich komme trotzdem nicht und nicht dazu diesen Bericht zu verfassen … Krankheit, Regen (= schnellstens Dach abdichten), eine Gemeindeversammlung zum Thema ‚Sport in Tarrafal‘, und noch so einiges mehr sind mir dazwischen gekommen. Bitte höflichst um Entschuldigung und Verständnis.

Und jetzt zu der wesentlichen Frage: wie soll ich es diesmal formulieren, dass die Fussballschule auch im Juli ihren Betrieb wie gehabt geführt hat? Ich kann ja nicht Monat für Monat schreiben ‚die Fussballschule hat auch im Blabla ihren Betrieb wie gehabt geführt‘ … das wird langweilig und irgendwann liest dann kein Mensch mehr diese Berichte … diesbezügliche Formulierungsvorschläge werden gerne entgegengenommen …

Allerdings gilt das mit der Fussballschule für den Juli eh nicht so ganz. Ich habe nämlich mit der U14-Mannschaft ein einwöchiges ‚Trainingslager‘ abgehalten. Das waren 2 mal täglich Training, 2 Theoriestunden in einer Schulklasse, ein gemeinsames Abendessen in unserer Bar sowie ein ‚Abschlussspiel‘ in der Hauptstadt Praia.

Diese Woche war wirklich ein grosser Erfolg! Ich war selbst überrascht wie intensiv und gerne die Kinder mitgemacht haben. Sogar bei den Theoriestunden wurde fleissig zugehört und mitgemacht.

In der ersten dieser beiden Stunden wollte ich ihnen verdeutlichen wie wichtig jeder einzelne Spieler, also auch die Ersatzleute, für eine Fussballmannschaft ist. So nach dem Motto ‚elf Ronaldos in einer Mannschaft würden wahrscheinlich gegen die U17 aus Tarrafal verlieren!‘

Jeder Einzelne hat über seine Stärken und Schwächen erzählen müssen. So eine Art Kurzcharakteristik seiner Persönlichkeit und seines fussballerischen Könnens. Ich war mir vorher nicht sicher ob ich sie mit dieser Aufgabe nicht überfordere, aber nach anfänglichen Schwierigkeiten hat es sehr gut ‚funktioniert‘ und auch erstaunlich gute ‚Ergebnisse‘ gebracht.

Wir haben dann noch so ein paar taktische Übungen an der Tafel gemacht und am Ende sollte jeder in Stichworten aufschreiben was er sich von dieser Stunde so gemerkt hat. Dabei sind meine taktischen Anweisungen sehr in den Hintergrund gerückt. Vielmehr hat sich jeder die ’selbsteingeschätzten‘ Schwächen der anderen gemerkt. Und so hat Duduco dann geschrieben: Lito ist ein aufbrausender Typ, der sich dauernd mit dem Schiedsrichter anlegt …

Lito hast sich gemerkt: ‚Tobino ist ein fleissiger Trainierer aber er rennt zu langsam … usw.

Am letzten Tag dieser Trainingswoche ging es dann nach Praia zu einem Spiel gegen die dortige Fussballschule. Leider lies der dortige Trainer allerdings nicht die U14 sondern die U15 einlaufen … ‚leider‘ deshalb, weil das natürlich dazu führt, dass die Grossen die Kleinen einfach ‚überlaufen‘ … und das ist ja nicht unbedingt der wichtigste Aspekt im Fussball … Dank einem sehenswerten Tor von Duduco haben wir ein 2:2 Unentschieden erreicht. In der letzten Minute ist er noch alleine auf den Tormann zugelaufen, hat den Ball aber über das Tor gehoben … ja, ja, so kann der Fussball sein.

Und übrigens: natürlich hat der Rest der Fussballschule auch im Juli seine Betrieb wie gehabt geführt. Die Mädchen haben an einem Turnier in Praia teilgenommen. 3 Spiele wovon sie zwei verloren haben und das dritte nicht stattgefunden hat weil der Gegner nicht erschienen ist. War natürlich ärgerlich weil die An- und Rückreise nach Praia recht mühsam ist. Problem unserer Mädchen- Frauschaft (?) – Mannschaft (?) (auch hier bitte ich um Formulierungsvorschläge weil Mädchenmannschaft ja wirklich komisch klingt – aber ist ‚Frauschaft‘ wirklich besser?) … also Problem unserer Mädchenfussballgruppe ist, dass es auf der ganzen Insel keine Mann/Frauschaft (schon wieder) in ihrem Alter gibt. Das sind alles so richtige Frauschaften und nicht Mädchenschaften … aber das kann man nicht ändern. Bin mir sicher dass unsere Mädchen in ein paar Jahren unschlagbar sein werden …

Die Mädchen machen sich aber nicht nur mit ihrem fussballerischen Können einen Namen sondern auch als Batucugruppe. Im Juli hatten sie einen ersten öffentlichen Auftritt bei einer Schulabschlussfeier. Da diese anscheinend nicht sonderlich gut organisiert war haben sie nicht nur wie vorgesehen ein paar Batucueinlagen geliefert sondern das gesamte Unterhaltungsprogramm übernommen … Samba- und Funanatänze, etc.

Und das war so in etwa der Juli. Natürlich hat sich an allen anderen Fronten in Deutschland, Schweiz und Österreich auch so einiges getan, aber das hier ist ja ein Bericht aus Cabo Verde … und wer mehr wissen will ist herzlich eingeladen nachzufragen!

In diesem Sinne endet der Julibericht.

Ich bitte nochmals um Entschuldigung für Verspätung und – wegen leichtem Stress und noch leichterem Fieber – auch für die Kürze und schriftstellerisch schwache Ausgabe dieses Berichts.



Wünsche viel Sonne und alles was sonst noch z u einem schönen Sommer gehört
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Florian Wegenstein

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