Zé an Portugal verloren

So! Und jetzt wird nie nie mehr Oktober 2004 sein. Länger als einen Monat hat sich der arme Oktober 2004 auch nicht halten können. Damit er nicht allzu traurig ist und sich nicht vollkommen umsonst durchgewurschtelt hat, sei er an dieser Stelle verewigt und von seinen Inhalten berichtet.

Bedeutenstes Ereignis war ganz sicher mein Geburtstag am 22. des Monats … zumindest von meiner egozentrischen Sichtweise aus gesehen.

… und damit ist eingeleitet und ich kann berichten …

Die Fussballschule hat sich im Oktober nach dem etwas chaotischen September wieder geordnet. Die Gruppen sind neu eingeteilt und trainieren alle wieder regelmässig. Dies hat einer gewissen Anstrengung bedurft (oder ‚bedurftet‘, ‚bedörft‘, ‚bedarftet‘?) … auch weil wir leider unseren besten Trainer, Zé, an Portugal verloren haben. Der gute Mann hat sich seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt und ist in den goldenen Westen um dort eine 3-jährige Informatikausbildung zu absolvieren.

Wir haben ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet. Und das war verdammt schwer. Meine Augen waren es bisher einfach gewohnt gemeinsam aufzutreten …

Zé ist nicht wirklich zu ersetzen. Er war ein wirklich guter Trainer. Von seinen ‚Schülern‘ akzeptiert und respektiert. Selbst ein guter Fussballer und meiner Meinung nach mit einem erstaunlichen taktischem Wissen. ‚Erstaunlich, weil er sicher nie ein Buch über ‚Taktik im Fussball‘ oder ähnliches gelesen hat …

Wir alle verstehen aber natürlich seinen Wunsch ins Ausland zu gehen. Schliesslich gibt es hier keine Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen und wir können ja nicht von ihm verlangen zu warten bis unser Kinder- Jugendzentrum sein Ausbildungsprogramm beginnt …

Trotz diesem Trainerverlust haben wir jetzt mehr Gruppen als vor der Sommerpause. Grund dafür ist ‚meine‘ U14. Leider wurde die ganz zerrissen weil jetzt einige am Vormittag in die Schule gehen einige am Nachmittag. So muss ich jetzt zwei U14 Gruppen trainieren. Eine in der Früh die andere am Nachmittag.

Auch die Mädchengruppe habe ich jetzt übernommen. Der vorige Trainer, Jetrú hat nicht mehr soviel Zeit und trainiert jetzt ’nur mehr‘ die U11 und U12. Für die ganz kleinen haben wir einen neuen Trainer, Néné. Ein sehr schüchterner Typ, dem es immer wahnsinnig peinlich ist wen ich ihm was sage – und sei es nur, dass ich ihm einen schönen Tag wünsche … aber er geht sehr lieb und einfühlsam mit den Kindern um und ist auch sehr beliebt bei ihnen. Wohl das Wichtigste!!

Die U17 die bisher von Zé trainiert wurde hat auch einen neuen Trainer, Bino … nein, nicht der Nachbarshund, sondern ein guter Freund von Zé der ihn schon des öfteren vertreten hat. Mit dieser Gruppe wollen wir dieses Jahr erstmals an der Meisterschaft teilnehmen. Zweite Division. Beginn ist irgendwann im Dezember. Noch ist unklar ob wir hierfür einen eigenen Verein anmelden oder mit einem bereits bestehenden Fussballverein (Varandinha) zusammenarbeiten.

Unsere Batucugruppe hat im Oktober einige Auftritte gehabt und macht sich schön langsam einen Namen. Wir haben eine Einladung zu einem Festival Mitte November am Strand von Tarrafal erhalten! Das freut die Mädchen natürlich und gibt ihnen hoffentlich Motivation weiterhin regelmässig zu ‚üben‘.

Für unser Ansuchen bei ASB/BMZ hat es im Oktober immer noch recht viel Arbeit gegeben. Es gab Rückfragen bezüglich Inhalten, wir mussten die Personal- und Baukosten belegen, etc. Teilweise sehr hektische Arbeit weil immer alles innerhalb von ein paar Tagen oder sogar noch am selben Tag beantwortet werden musste.

Wie es aussieht schafft es das Projekt jetzt einmal bis zum Prüfungsverfahren. D.h. das BMZ akzeptiert das Projekt und lässt es unter anderem von der deutschen Botschaft in Dakar (Cabo Verde hat keine deutsche Botschaft mehr) prüfen. Das grosse Problem dabei könnte sein, dass die Zeit zu knapp wird. Anfang Dezember müsste das Projekt ja schon beginnen, sprich erste Auszahlungen des BMZ erfolgen … mal sehen ob sich das ausgeht.

Abschliessend muss ich mich schon wieder entschuldigen, dass der Monatsbericht verspätet ‚erscheint‘ … und auch dafür, dass er diesmal sehr kurz und bündig geraten ist. Es gelingt mir derzeit leider nicht alles unter einen Hut zu bringen … aber ich denke mir ich stosse allerorts auf Verständnis und verspreche einen ausführlicheren, in ‚altem Stil‘ gehaltenen Monatsbericht ‚November‘.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Winteranfang und verweise auf die Möglichkeit der Kälte zu entfliehen … Tarrafal hat das ganze Jahr hindurch ausreichend Sonne und Meer …

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