Interview mit Maisa

Manchmal vergisst man, dass Delta Cultura nicht nur ein Verein ist, sondern dass da auch wirklich Menschen hinter stecken. Dass Delta Cultura nicht für Zahlen und für Statistiken arbeitet, sondern für Menschen.

Da man das im (jetzt wieder) kalten Europa so schwer fühlen und von Grund auf verstehen kann, möchten wir Euch gerne ab und zu einen tieferen Einblick geben. Wir haben uns viel überlegt. Klar, Fotos sind gut, Videos eh – aber Interviews wären auch klasse.

Hier also ein Interview mit Maisa, Batukadera und Teilzeitangestellte im Centro.

Was sind so die ersten Erinnerungen aus deiner Kindheit?

Meine erste Erinnerung … ich muss so ungefähr drei Jahre alt gewesen sein … da hat mich mein Onkel immer auf seine Schultern gesetzt und ist mit mir aufs Feld. Das war hier in Fidxa da Sintxu ungefähr hier wo jetzt das Zentrum steht.
Mein Onkel hat mich sehr gern gehabt und hat mich oft mitgenommen.
Und dann erinnere ich mich auch – ich war 4 Jahre alt – da habe ich ein Zündholz genommen, hab es in die Flasche mit Petroleum gesteckt und ins Feuer gehalten. Die Stichflamme hat mich im Gesicht erwischt. Meine Schwester hat gerade auf das Feuer aufgepasst, daher hat meine Mutter IHR eine Ohrfeige gegeben weil sie nicht ordentlich auf mich aufgepasst hat. Dann hat sie mich genommen, mir das Gesicht mit Milch gewaschen und mich auf den Schoss genommen. Erst dann habe ich aufgehört zu weinen.

Lebt deine Mutter noch mit deinem Vater zusammen?

Ja sie leben zusammen. Sie sind verheiratet. Schon seit 33 Jahren. Aber mein Vater trinkt sehr viel… Als er meine Mutter geheiratet hat, hat er viel weniger getrunken. Er war Polizist. Davor beim Militär in Angola.
Als Polizist haben sie ihn damals nach Sao Vicente geschickt. Also sind er und meine
Mutter dorthin. Aber mein Vater hat sich dort blöd aufgeführt… meine Mutter hat ihn verlassen und ist nach Tarrafal zurückgekommen. Nach einiger Zeit er auch. Allerdings hat er nicht mehr bei der Polizei gearbeitet.
Als ich noch klein war hat er dauernd mit meiner Mutter gestritten. Sogar mit dem Messer sind sie aufeinander los. Und ich mitten drin. Ich habe immer versucht sie auseinander zu halten. Das ist mir auch gelungen weil wenn ich dazwischen war haben sie aufgehört mit dem Messer.
So habe ich immer versucht den Streit zu verhindern. Oft indem ich einfach geweint habe.
Ich war ja ganz alleine zu Hause. Der grosse Bruder war nicht zu Hause. Er war sehr
schlimm. Ein Sturkopf.
Und dann erinnere ich mich, ich war zehn Jahre alt, ich war in der vierten Klasse, da bin ich krank geworden. Bauchweh. In der Zeit bin ich irgendwie jähzornig geworden. Jede Kleinigkeit hat mich aufgeregt. Ich habe mich geweigert weiter in die Schule zu gehen.
Obwohl meine Mutter mich mit den Stock in die Schule treiben wollte. Ich habe mich
einfach geweigert zu gehen. Wenn meine Mutter mich mit dem Stock geschlagen hat habe ich mich einfach tot gestellt.
Einmal habe ich mich unter dem Tisch versteckt. Meine Mutter hat mich gerufen, hat überall nach mir geschaut, aber ich habe nicht geantwortet. Obwohl ich sie natürlich schon gehört habe.
Irgendwie bin ich so halb eingeschlafen und bin dabei mit dem Fuss gegen das Tischbein gestossen. Da hat mich meine Mutter gefunden. Sie hat mich hervorgeholt und gemeint sie werde mich nie mehr schlagen.
Meine Mutter hat damals Fisch verkauft. Später hat sie das lassen und hat Obst und
Gemüse verkauft. Kartoffeln, Tamburinen, Mangos und so. Sie hat mich dann immer
mitgenommen… -> Weiterlesen (PDF): Interview mit Maisa

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