Projektleiterbericht September 2009

Dauernd werde ich geschimpft, dass es keine Monatsberichte mehr gibt. Dauernd mache ich mir Druck endlich wieder einen Monatsbericht zu schreiben. Dauernd vergehen die Monate. Dauernd rede ich mir Schreibblockaden ein. Dauernd habe ich Schreibblockaden.
Und all das ist seit der Überschrift dieses Berichtes Vergangenheit. Eventuell bis auf die Monate die vergehen. Von denen weiss ich nicht wie sie sich meinen Berichten gegenüber verhalten. Ob sie weiterhin vergehen? An sich keine grosse Sache … ich würde auch auf der Stelle vergehen wenn ich wüsste, dass ich in einem Jahr sowieso wiederkomme.

Delta Cultura. Das Kinder- und Jugendzentrum. Die Fussballschule. Die Batukugruppen. Die zahlereichen Angebote im Zentrum. Gibt es alles noch. Nix vergangen. Alles besser als jemals zuvor. Und zwar durchaus nicht weil der Projektleiter immer besser wird, sondern weil sein Rundherum immer besser wird. Die Verantwortlichen von Delta Cultura, die Angestellten im Zentrum. Die Fussballer. Die Batukaderas. Die Ausbilder …

HALT! Ich muss kurz innehalten um einen Aufsatz über die Genderisierung der Sprache einzuschieben. Genau gesagt über das Binnen-I. Also das I das bezeugt, dass es sich um Frau und Mann handelt. Ich verwende das selbst manchmal. Aber nie ohne eine gewisse Überwindung. Ich finde diese Lösung eigentlich idiotisch. Die ErfinderIn sollte man mal an ihren OhrInnen ziehen. Der/die ist ja schon fast eine GewaltverbrecherIn. Eine SprachvergewaltigerIn.
Ich werde mich also von jetzt an dieser Genderisierung der Sprache entziehen. Auf keinen Fall um das weibliche Geschlecht zu unterdrücken sondern weil mir die Sprache lieb ist und ich nicht an das I in der Wortmitte als Kraft der Veränderung glaube. Veränderung hat noch nie mit i begonnen. Auch wenn sie noch so notwendig war nicht.
Dieser Bericht soll aber als Versuchskaninchen für einen neuen diesbezüglichen Lösungsansatz dienen. Warum hat noch niemand an das ‚u’ gedacht? Also wenn es sich um Weiblein und Männlein handelt einfach ein ‚u’ ans Ende des Wortes. Aber bitte ans Ende. Nicht mittendrin. Die Ausbilderu. Die Fussballeru. Ich finde das bietet sich total an. ‚A’ am Wortende ist in vielen Sprachen weiblich, ‚o’ männlich und ‚e’ und ‚i’ sind diesbezüglich unbrauchbar. Ich werde das ‚u’ also einen Bericht lang in diesem Sinne verwenden und erhoffe mir zahlreiche Reaktionen der literarisch gebildeten Leseru.
Ausserdem finde ich, dass man sich auch über Dinge lustig machen soll die man ernst nimmt.

Weiter! Wir waren bei der Besserwerdung stehengeblieben. Alles ist besser geworden im Kinder- und Jugendzentrum Tarrafal! Dank Rundherum. Weil der Projektleiter selbst, also derjenige der eigentlich alles besser machen sollte, also ich, der ist nicht unbedingt besser geworden. In manchen Bereichen sogar schlechter (siehe Regelmässigkeit der Monatsberichte). Ansonsten strengt er sich an sein (Mount Everest) Niveau zu halten. (Niveau erinnert mich an Niveacreme und damit an trockene Haut!?)
Tatsächlich ist es so, dass ich zeitweise in Richtung Burnout wandle und Gegenmassnahmen ergreifen muss: Einstellung der Monatsberichte, vermehrt Meer, Urlaub weil ich vor lauter Laub die Uhr nicht mehr sehe, mehr und lautere Musik, noch intensiveres Antreiben der Mitarbeiteru, noch penetrantere To-do-Listen für eben jene und nicht zu vergessen der meist kläglich scheiternde Versuch ‚nein’ zu sagen: Nein, ich hab kein Geld für Medikamente. Nein, wir können nicht am Turnier in Assomada teilnehmen weil kein Geld für den Transport da ist.
Nein, ich sage selten nein! Weil irgendwie geht es ja dann doch immer. Und Medikamente sind wichtig wenn jemand krank ist. Und Fussballturniere in Assomada auch! … Ausserdem geht es ja wirklich immer irgendwie. Es geht weil Delta Cultura immer mehr Unterstützer hat und viele Menschen die uns seit Jahren regelmässig helfen. Und wenn der Projektleiter, also der der nicht ausbrennen sollte, also ich, dann erlebt wie das Medikament hilft, das Fussballturnier Freude bereitet, die Nachhilfe die schulische Leistung verbessert, dann ist sowieso keine Rede mehr von Burnout oder Stress oder derartigen Dingen.
Aber jetzt Schluss mit Befindlichkeiten, Feuern und Freuden, Krankheiten und Heilmitteln. Lieber hin zu konkreten Delta Cultura Ereignissen der vergangenen Monate.
Um nicht so furchtbaren Dingen wie chronologischer Berichterstattung anheimzufallen, fange ich mit dem Juni des Jahres an. Der war nämlich besonders intensiv. Österreichreise mit 10 Kindern und Südafrikareise von einem Erwachsenen standen unter anderem auf dem Programm.
Angefangen hat der intensive Juni im April. Da nämlich kamen Liz, Berni, Josef, Ariane, Judith und Ursula von Österreich nach Tarrafal. Spezialisten wissen, dass es sich dabei um die Präsidentin von Delta Cultura Österreich, deren Beinaheehemann, deren Sohn, Vizepräsidentin von DCA, Tochtervizepräsidentin und Lehrerin der Volksschule Deutsch Jahrndorf gehandelt hat und bis heute handelt! Sie kamen nix wegen Urlaub. Sie kamen auch nix um zu schauen ob Delta Cultura Cabo Verde brav ist. Sie kamen um sich einen aktuellen Eindruck zu machen und noch viel mehr kamen sie um einen Malworkshop mit einem Teil der Kinder des Zentrums zu machen.
Die erwähnte Lehrerin war und ist nämlich Zeichenlehrerin an der Schule im Burgenland und Delta Cultura Österreich hat einen Austausch mit dieser Schule eingefädelt. Im April Besuch und Workshop der Lehrerin und im Juni dann Besuch von 10 Kindern aus Tarrafal im Burgenland.

Die Delegation aus Österreich ist vollgepackt mit Farben und Pinseln in Tarrafal eingetroffen.
Ein einziger Tag musste zur Akklimatisation ausreichen. Delta Cultura Cabo Verde hat den Reisenden keine Zeit lassen den kleinen Kulturschock richtig auszuleben. Hauptsächlich weil die Verantwortlichen der Meinung sind, dass der Unterschied zwischen Burgenland und den kapverdischen Inseln jetzt auch nicht SO wahnsinnig gross ist: Meer – Neusiedlersee, Vulkan Fogo – Geschriebenstein, Einbrecher – Einbrecher, Dieb – Dieb, Eisvogel – Storch, Delta Cultura Cabo Verde – Delta Cultura Österreich … wo und wie soll man da kulturschockieren?

Kinder des Malworkshops

Kinder des Malworkshops

Sicher ist, dass der Malworkshop ein riesengrosser Erfolg war, der bis heute Auswirkungen zeigt. Auswirkungen der verschiedensten Art. Da sind einerseits die bemalten Wände des Freizeitraumes, von dem alle Kinder, Jugendlichen und Besucher des Zentrums hellauf begeistert sind und andererseits die regelmässigen Malworkshops die seither im Zentrum stattfinden.

All das bestätigt einmal mehr die tiefe Überzeugung vieler (aller?) Deltaculturianerus (hui, das klingt religiös!), dass künstlerische Aktivitäten nicht nur herzlichst willkommen, sondern auch ganz wichtig zur Erreichung unserer Vereinsziele sind. Vor allem zur Erreichung unseres obersten Oberzieles: der Schaffung von Zukunftsperspektiven für die Kinder und Jugendlichen Tarrafals.
Schaffung von Zukunftsperspektiven!
Schaffung von Zukunftsperspektiven?
Schaffung von Zukunftsperspektiven! … Ein grosses Ziel, ich gebe es zu. Sehr schwer zu erreichen. Auch das gebe ich zu. Aber wir bleiben dran. Wir bemühen uns weiterhin.
Auch wenn Obama die Finanzkrise durch Stärkung des Weltwährungsfonds (IWF), bekämpft.
Auch wenn IWF und Weltbank den Regierungen der 3. Welt Armut schaffende Strukturanpassungspläne (= Privatisierungen) aufzwingen.
Auch wenn wir weit davon entfernt sind unser Zinssystem abzuschaffen.
Auch wenn sich IWF und Weltbank für die Privatisierung der Wasserversorgung und des Wassers einsetzen.
Auch wenn sich die Regierung Obama ganz ungeniert beim zuständigen deutschen Ministerium, das den Anbau von genmanipuliertem Mon-810 Mais (Monsanto) verbietet, beschwert.
Auch wenn die Ungleichverteilung von Gütern, Chancen und Wissen standhaft zum gottgegebenen Normalzustand erklärt wird.
Wir bemühen uns einfach weiterhin. Immer in dem Wissen, dass Bewussteinsschaffung im Endeffekt die notwendige Wende bringen kann. Und ich meine nicht den ‚Change’ mit dem Obama die Welt an der Nase herumführt.
So verblöde ich mich auch nicht den Informatikschüleru und den Fussballeru von Obama, IWF, Weltbank, Zinssystem, Monsanto, etc. zu erzählen. Beispielsweise bei so guten Gelegenheiten wie der Muskeldehnung. So in der Art: „jetzt Dehnen wir unseren Gesässmuskel … ach, apropos Gesäss …“
Aber auch die Informatik eignet sich für derartigen Brückenschlag: „ … und das ist das Herzstück des Rechners: der Prozessor … ach, apropos, man sollte kurzen Prozess machen mit …“

Kulturaustausch ist ein sicherlich zielführendes Mittel zur Bewusstseinsbildung und damit zur Schaffung von Zukunftsperspektiven … womit ich zurück wäre bei unserem Malworkshop der Auftakt zu einer derartigen Kulturaustausch war.

Auf dem Weg nach Österreich

Auf dem Weg nach Österreich

Im Juni des Jahres reisten Marisa mit ihrem Projektleitermann und 10 Kindern ins schöne Burgenland. Ariane und Liz haben in Zusammenarbeit mit der Volksschule Jahrndorf dieses Abenteuer für die Kinder organisiert. Wie sich schnell herausstellen sollte war es schlussendlich nicht nur für die Kinder ein Abenteuer …
Wie ich jetzt leider nicht aus erster Hand erzählen kann (ich weiss aber eh nicht welche meiner beiden Hände die erste ist?) gab es in den 10 Tagen die die Kinder im Burgenland verbracht haben einen intensiven Austausch mit den Volksschüleru in Deutsch Jahrndorf.
Nicht aus erster Hand, weil ich selbst, nach Kurzaufenthalt in Österreich, nach Südafrika weitergereist bin. Dazu später mehr.

Schulfest im Burgenland

Schulfest im Burgenland

Das Programm in der Volksschule war gekennzeichnet von künstlerischen Aktivitäten: malen, basteln, musizieren, tanzen. Und wie ich nach meiner Rückkehr aus aller Munde erfahren habe war es ein voller Erfolg.

Natürlich gab es auch unangenehmere Erlebnisse die von kleingeistigem Rassismus geprägt waren, aber das gehört eben auch dazu. Der goldene Westen ist nun mal in vielen Bereichen verdammt kleingeistig. Das muss man den Kindern aus Tarrafal ja nicht vorenthalten, die selbst auch in vielen gesellschaftlichen, kulturellen und sonstigen Mustern gefangen sind.
Wir haben nach der Rückkehr nach Tarrafal wiederholt die Kinder versammelt und mit ihnen über ihre Eindrücke und Reiseerlebnisse gesprochen. Ganz erstaunlich wie ‚normal’ sie die grosse neue Welt erlebt haben. Beeindruckt waren sie zunächst einmal von den grossen Flugzeugen. Wobei zu erwähnen sei, dass ihnen fast durchwegs schlecht geworden ist auf der langen Reise. Vor allem beim Hinflug.

Schwimmbad gegen Reisekrankheit

Schwimmbad gegen Reisekrankheit

Da kamen die armen Kinder ganz kreidebleich in Schwechat an und mussten sich auch auf der Fahrt ins Burgenland noch regelmässig übergeben. Ich war heilfroh als wir endlich angekommen waren und war überzeugt die Kinder würden ohne zu essen und zu duschen ins Bett fallen und schlafen. Überhaupt nicht. Gefallen sind sie alle. Aber ins Schwimmbecken im Garten von Ariane. 10 Minuten nach Ankunft war von Reiseübelkeit und Müdigkeit keine Spur mehr …
Davon also haben die Kinder viel erzählt. Aber auch von ihren burgenländischen Mitschüleru war viel die Rede. Und absolut nicht zuletzt von Ariane und Liz. Viele haben sich eine der Beiden als Mutter gewünscht. Manche sogar alle Beide. Ich musste nach der Rückkehr herzzerreissende Nachrichten an die Beiden übermitteln.
Marisa, die ja die 6 Tage die ich in Südafrika war sozusagen die einzige Ansprechperson für die Kinder war, hat die Reise bravourös gemeistert. Zwar oft besorgt, die Kinder würden sich nicht ordentlich benehmen, aber sie hat dabei vergessen, dass sich auch burgenländische Kinder nicht immer den allgemeinen Gesellschaftsregeln gemäss verhalten. Aber klar, wenn man irgendwo auf Besuch ist, will man brav und ordentlich erscheinen.

Materialspende der FIFA

Materialspende der FIFA

So wie ich auf meiner Südafrikareise.

Eingeladen war ich von streetfootballworld und FIFA zum ersten ‚Football for Hope Forum’. Diese strategische Allianz der zwei sehr unterschiedlichen Fussballorganisationen ist ja bekanntlich einer unserer derzeitigen Hauptförderer. Bis Ende 2010 bekommen wir von ‚Football for Hope’ Förderung für unsere Fussballschule.
Bei diesem 3-tägigen Forum in der Nähe von Johannesburg kamen fast alle Mitglieder dieser Football for Hope Bewegung, die Verantwortlichen der FIFA und von streetfootballworld sowie weitere Persönlichkeiten aus Sport und Fussball zusammen. Was schon bei der Beschreibung grossartig klingt hat auch in der Realität zum Grossteil gehalten was es versprochen hat. Eigentlich klar. Der Projektleiter, also der Verantwortlich für das Kinder- und Jugendzentrum, also ich, nimmt ja bekanntlich nur an bedeutenden Foren teil. Ausserdem hat schon alleine meine Anwesenheit das Forum mondän werden lassen.
Bei meiner Ankunft in dem wunderschönen Hotel in Vaal, hat eine Blaskapelle gespielt, Präsident Blatter hat mir hurtig einen roten Teppich ausgelegt, Kniefälle hier und dort, hysterische Teenageru in den verstopften Strassen Vaals, der Bus ist nur schrittweise vorangekommen. Ebenso das Flugzeug das mich aus Dubai nach Johannesburg gebracht hat. Es musste beim Landeanflug ordentlich Speed rausnehmen um nicht mit einem der zahlreichen Heissluftballone zu kollidieren die vollgestopft mit Projektleiterfans allerorts aufgestiegen sind. Mir war als würde ich in einem der Ballons Mandela und den Papst ausgemacht haben. Das könnte ich jetzt aber nicht schwören.
Sicher war ich mir bei Hillary Clinton. Ja, ja die Gute. Täuscht Afrikainteresse vor nur um mich einmal live zu sehen. Die Übertriebene ist mir ja sodann bis nach Cabo Verde nachgereist. Furchtbar peinlich. Noch dazu als sie dann von Cabo Verde als einem Vorbild in Afrika erzählt hat. Als ob nicht die halbe Welt wüsste wen sie mit ‚Vorbild’ gemeint hat … hat sich halt nur nicht getraut das Wort ‚Projektleiter’ in den Mund zu nehmen.
In Wirklichkeit war ich natürlich sehr enttäuscht weil ich bei meiner Ankunft keine Ballone, keine Heissluft, keine Teenageru, keine Teppiche und keinen Präsidenten vorgefunden habe. Nach einer elendslangen Flugreise von Wien über Dubai bis nach Johannesburg hatte ich mir allzu phantasievoll derartiges erwartet gehabt.
Wieder etwas beruhigt war ich bei der Ankunft im Hotel. Doppelzimmer für mich allein. Buffet länger als die zumindest notwendigen 10 Meter, Swimmingpool im gepflegten Garten (es war Winter) …
So aus. Ernsthaft jetzt. Am Ende verärgere ich noch irgendwen mit meinen Blödheiten. Was ich wirklich nicht will. Vor allem niemanden der an diesem Forum teilgenommen hat. Es war wirklich interessant und wunderbar all die Menschen persönlich kennenzulernen mit denen man über die Jahre soviel über Email und Internet kommuniziert hat. Und natürlich die vielen neuen Bekanntschaften. Schliesslich alles Menschen die im gleichen Bereich wie Delta Cultura arbeiten: Football for Developement.
Es gab Workshops zu Themen wie Frauenfussball, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, etc. und einige Podiumsdiskussionen. Auch FIFA-Präsident Blatter war zur Eröffnung des Forums anwesend. In seiner gewohnt pathetischen Art hat er unterhaltsam über die Bedeutung des Balles und anderes referiert.
Ich bin ja durchaus ein Befürworter derartiger Veranstaltungen. Abgesehen davon, dass man aus den Workshops und Gesprächen wertvolle Anregungen für seine Arbeit mitnehmen kann, macht man neue Bekanntschaften. Und auch wenn da jetzt nicht immer augenblicklich neue Kooperationen entstehen, so macht es die eigene Organisation bekannter und wer weiss was sich aus diesen Kontakten nicht noch alles entwickeln wird?
Einziger Kritikpunkt den ich bezüglich Forum anzubringen habe war der Ort der Veranstaltung. Für meinen Geschmack zu nobel. Unangebracht für ein Forum, dass im Endeffekt von Armut und deren Beseitigung handeln soll. Das löst in mir das gleiche Unwohlsein aus, dass ich empfinde wenn ich die UNO-Angestellten in ihren Superautos durchs Land fahren sehe. Wenn man schon Armutsbekämpfung auf seinen Fahnen stehen hat, dann kann man damit doch auch gleich anfangen. Also ich hätte auch in einer kleinen Pension übernachten können und ich finde auch die UNO-Angestellten könnten sich heimische Taxifahrer nehmen um sich von A nach B zu bewegen. So fördert man sogleich einmal heimische Kleinbetriebe anstatt Luxushotels und die Autoindustrie.
Ich weiss, ich bin diesbezüglich etwas strikt und hart. Aber im Endeffekt verurteile ich sowieso keinen UNO-Angestellten sobald ich ihn persönlich kenne und schon gar keinen Mitarbeiter von streetfootballworld oder FIFA. Aber ich persönlich fühle mich in einem derartigen Ambiente echt unwohl. Darf ich das?
Noch viel unwohler habe ich mich gefühlt nachdem ich am letzten Tag ein Township in der Nähe von Johannesburg besucht habe. Man stelle sich vor: ich setze mich in ein Auto und werde aus dem Hotelgelände gefahren. Die Fahrt führt zunächst durch eine Gegend wie ich sie nobler noch nie in meinem Leben gesehen habe. Nur Villen. Eine schöner, grösser, beeindruckender als die andere. Offensichtlich unter der Prämisse erbaut origineller sein zu müssen als die Nachbarvilla. Auffallend auch die hohen Zäune um die Häuser und die vielen Warnschilder die auf Videoüberwachung etc. hinweisen. Ehrlich, ich habe noch nie in meinem Leben eine so noble Gegend gesehen.
Man fährt keine 15 Minuten und das Bild ändert sich gewaltig. Ein riesiges Township neben dem anderen. Baracken soweit das Auge reicht. Einfach unglaublich. Zum Schreien. Unerträglich.
Wir haben in einem der Townships ein Fussballprojekt besucht. Auf einem holprigen Erd-Steinboden eine riesengrosse Anzahl von fussballspielenden Kindern. Jede Gruppe mit einem Traineru, der nicht nur fussballerische Anweisungen gibt sondern auch über AIDS, Drogen etc. erzählt. Unbedingt beeindruckend. Mich hat etwas gestört, dass bei dem Projekt anscheinend mehr auf Quantität als auf Qualität gesetzt wurde. Die Trainer haben die Kinder nicht einmal alle beim Namen gekannt. Einfach weil jedes Training (zweimal die Woche) mehr und andere Kinder erscheinen. Natürlich hat die Bevorzugung der Quantität in einem derartigen Township (und noch vielmehr wenn man bedenkt wie viele derartiger Townships es gibt) durchaus Berechtigung. Nur mir persönlich erscheint es sinnvoller weniger Kindern, aber dafür intensiver zu helfen … eine zutiefst traurige Überlegung. Weil alles beide ist furchtbar und dürfte so eigentlich gar nicht Thema sein! Verflucht.
Diese Diskrepanz von Wohlstand und Armut habe ich in der Intensität noch nie vorher erlebt. In keinem der Länder die ich jemals bereist habe. Es ist echt zum heulen. Ich muss da manchmal aufpassen, dass meine Terroristenneigungen nicht überhand nehmen. Es überkommt mich eine Ohnmacht die mir manchmal schlicht und einfach die Sicht auf gewaltfreie Lösungen verstellt. Aber keine Sorge: eh nur kurzfristig.
Was ich aber mit Sicherheit sagen kann: wäre ich in einem dieser Townships aufgewachsen, ich wäre ganz sicher schwer kriminell geworden. Und ich würde alles dransetzen die kommende Fussballweltmeisterschaft als Gelegenheit zu nutzen auf diesen Wahnsinn aufmerksam zu machen.
Wir (nur ein kleiner Teil der Forumteilnehmeru) sind nach dem Besuch des Townships weiter nach Johannesburg, haben dort den Rest der Forumsteilnehmeru getroffen um das Semifinale des Konföderationscups zu besuchen. Brasilien gegen Südafrika. An sich ein vielversprechendes Spiel in einem schönen Stadion … aber geniessen konnte ich es nicht. War auch kein atemberaubendes Spiel.
Im Grossen und Ganzen gesehen also sehr intensive Tage in Südafrika. Viele Eindrücke die gemeinsam mit anderen Gesprächen und Überlegungen eine neue Idee in mir haben entstehen lassen. Aber dazu mehr im Monatsbericht April 2012!? Viel zu früh um darüber zu schreiben.
Nur eines sei dazu gesagt: Eindrücke wie jene eben geschilderte aus Südafrika lösen in mir das Gefühl ‚so darf das einfach nicht sein weil es in keiner weise so sein muss’ aus. Und dieses Gefühl verlangt einfach danach etwas zu tun. Oder? Nicht? Doch? … Aber was genau? … Ich weiss es auch nicht so genau. Aber irgendwas gibt es da sicher. Man darf sich nur nicht von ‚so ist das eben’ oder ‚so ist der Mensch eben’ blockieren lassen …

Und der Bericht wird viel zu lang. Ich muss straffen. Lasse alle Monat die vor dem Reise-Juni waren einfach aus. Erzähle schlicht und einfach gar nichts davon. Was aber in keiner Weise bedeuten soll, dass in diesen Monaten nichts passiert ist. Im Gegenteil, da ist soviel passiert, dass ich nicht dazugekommen bin Berichte zu schreiben.
Ich will ‚nur noch’ die vergangenen Monate Juli und August schildern. Das geht nämlich ganz schnell weil im August waren wir auf Urlaub. In Tarrafal. Und Urlaubsberichte erspare ich den armen Leseru also wirklich.
Im Juli sind ja auch hier in Tarrafal Schulferien. August und Grossteil vom September übrigens auch. Das bedeutet, dass es im Zentrum keine Schülerubetreuung gibt. Fussballtraining natürlich schon. Und ich habe im Juli auch meinen Informatikgrundkurs zu Ende gebracht. Wieder 8 Jugendliche mit Informatikdiplom von Delta Cultura! Nicht ohne Stolz auf beiden Seiten.
Der Informatikbereich ist ja seit Bestehen des Zentrums ein wichtiger Bestandteil. Neben den Kursen stellen wir den Computerraum mit seinem Internetanschluss für Studien- und Recherchezwecke kostenlos zur Verfügung.
Es ist ein Bereich von dem man allerorts hört und liest wie wichtig er für die Entwicklung eines Landes ist. Die UNO veröffentlicht diesbezüglich regelmässig Berichte und Statistiken. Viele afrikanische Länder investieren Milliarden in den ICT Bereich, kaufen Millionen von Laptops die verteilt werden und auch in die Infrastruktur wird investiert.
Anders in Cabo Verde. Hier haben wir die teuersten Telefon- und Internetkosten weltweit (vielleicht nicht tatsächlich ‚weltweit’ … aber ganz sicher viel zu weit!) und hier wird von Millioneninvestitionen und ‚ein Laptop für jeden Schüler’ seit Jahren nur geredet. Soll heissen: sie wissen ja von der Bedeutung, aber sie tun nichts!
Aber sie tun doch! Ein Beispiel:
Im Juli (oder war es schon im Juni?) kam es wieder einmal zu einem Ministerinnenbesuch im Zentrum. Die Ministerin für Arbeit und professionelle Ausbildung, Frau Dr. Maria Madalena Brito Neves (mit diesem Namen Ministerin werden? Verschwendung!), hat das Zentrum mit einer Delegation von Verantwortlichen der verschiedensten Institutionen besucht. Man hat ihr ihren Zeitdruck ganz offensichtlich angemerkt. Begeistert und entspannt war sie nur kurzfristig beim Besuch unseres Freizeitraumes in dem ja die Wände von Kindern bemalt sind.
Die Delegation ist nach Besichtigung wieder abgerauscht. Allerdings nicht ohne Befehl der Ministerin an ihre ‚Untertanen’ sich mit Delta Cultura an einen Tisch zu setzen. Und ganz entgegen bisherigen Ministerubesuchen kam es die Woche darauf auch tatsächlich zu diesem Tischsetzen. Zuständige des ICCA (Caboverdeanisches Institut für Kinder und Jugendliche), des IEFP Assomada (Caboverdeanisches Institut für Arbeit und professionelle Ausbildung), zwei Vertreter von CPLP (oder so ähnlich, auf alle Fälle: Organisation für den Kampf gegen Armut … wobei die Vertreter schon weniger arm sind, es wirkt also), sowie Mitglieder von Delta Cultura Cabo Verde (Kutchinha, Fu, Florian).
Und ganz entgegen bisherigen Tischsitzungen mit Caboverdeanischen Institutsvertreteru hat die Sitzung auch Ergebnisse gebracht.
Mit ICCA wurde Kooperation vereinbart: wir melden dem ICCA-Stützpunkt in Assomada wenn wir Kinder oder Jugendliche kennen die Probleme welcher Art auch immer haben. Sie schicken sodann die Psychologin. Diese war im Juli (oder war es Juni) auch auf eintägigem Besuch im Zentrum um den Angestellten und dem Projektleiter gescheite und blöde Fragen zu beantworten. Es ging vor allem darum wie wir erkennen können ob ein Kind, Jugendlicher zu Hause oder wo auch immer Probleme hat. Sie hat erzählt, dass Tarrafal die Gemeinde mit der grössten Zahl an sexuell missbrauchten Kindern ist!
Es war ein sehr gutes Treffen und wir sind wirklich froh über diese Kooperation. Nach dem Hinweis der Psychologin, dass wir bei Problemfällen nur dann wirklich helfen können wenn wir das Kind, den Jugendlichen wirklich gut kennen, haben wir beschlossen eine Umfrage bei den Erziehungsberechtigten durchzuführen. Wir haben einen Fragebogen ausgearbeitet der derzeit bei eben jener Psychologin zur Überarbeitung ist. Rechzeitig zum Schulbeginn, der immer auch Neubeginn der Fussballschule ist, werden die Trainer und weitere Angestellte des Zentrums dann herumziehen und diese Fragebögen von den Erziehungsberechtigten ausfüllen lassen. Über die Ergebnisse werde ich dann berichten.
Das also war das erste sehr positive Ergebnis der von höchster Stelle befohlenen Tischsitzung. Das Zweite klingt auch sehr positiv ist derweil aber, auch auf Grund des derzeit sehr schwülen Wetters, nicht mehr als heisse Luft. Es geht um eine dreimonatige Informatikausbildung die am 21. September (also übermorgen) anfangen soll. Finanziert durch das erwähnte IEFP. Wir alle von Delta Cultura sind diesbezüglich sehr skeptisch. Obwohl wir nur positive Meldungen diesbezüglich bekommen. Ich bin wirklich nicht gerne negativ, aber die vielen, vielen, vielen ,vielen Zusagen die wir schon bekommen haben und die vielen, vielen, vielen, vielen Dinge die danach nicht passiert sind haben ihre Spuren hinterlassen.
Der Reihe nach: bei dem erwähnten Treffen haben wir mit dem wirklich sehr netten Herrn vom IEFP ausgemacht ein Projekt für eine Informatikausbildung bei seiner Institution einzureichen. Er hat damals versprochen sich dafür einzusetzen und gemeint die Chancen seien gut. Da wir ja Fu und Jenny bei Delta Cultura dabei haben und es sich bei ihnen unter anderem um Computerfachmann und Englischfachfrau handelt habe ich sehr schnell ein Projekt für diese 3-monatige Computerausbildung ausgearbeitet gehabt. Es gab danach noch ein paar Änderungen die der Zuständige vom IEFP haben wollte, die waren schnell realisiert.
Im Weiteren haben wir natürlich regelmässig telefonisch nachgefragt wie die Sache mit der Ausbildung denn jetzt aussehe. Wir haben keine einzige negative Meldung erhalten. Im Gegenteil! Es hat geheissen es sei fix. Es wird nur noch gewartet bis das Geld am IEFP-Konto eintreffe.
Anfang vergangener Woche haben wir dann doch noch mal nachgefragt was denn jetzt Sache sei? Schliesslich gab und gibt es noch einige Details zu klären. Wer ist neben Fu und Jenny Ausbilderu? Wie viele Kursteilnehmeru? Delta Cultura kann 8 Ausbildungsplätze anbieten. Mit dem Hinweis, dass sollte die liebe Caboverdeanische Regierung noch ein paar Rechner zur Verfügung stellen, die Zahl auf bis zu 15 erhöht werden könnte.
Ausserdem wollte die Organisation zur Armutsbekämpfung Jugendliche aus den umliegenden Bergdörfern bzw. sogar von einer anderen Gemeinde (Calheta) teilnehmen lassen und für deren Transport aufkommen. Viel habe ich seither von Armut gehört und gesehen, auch viel von den verschiedensten Organisationen. Aber von DIESER Organisation zur Armutsbekämpfung habe ich seit der Sitzung nie mehr gehört.
Es gibt also noch einige Dinge zu klären und die Ausbildung sollte eigentlich in zwei Tagen beginnen. Wobei das Datum nicht willkürlich gewählt ist. 3 Monate vom 21. September weg … dann wären wir kurz vor Weihnachten fertig. Wenn wir eine Woche später anfangen müssen wir nach den Weihnachtsfeiertagen noch eine Woche dranhängen. Oder diese eine Woche streichen. Womit Delta Cultura nicht einverstanden wäre.
Die gesamte vergangene Woche haben wir bei den Telefonaten mit dem Zuständigen nur erfahren sein Kind sei krank und sobald er wieder bei der Arbeit sei werde er sich melden. … Apropos melden. Er hat seit der Sitzung mindestens 20-mal versprochen er werde sich melden. Bis heute waren es IMMER wir die IHN angerufen haben.
Aber ich will wirklich nicht negativ sein. Der gute Mann war/ist mir auch sehr sympathisch. So Sachen wie die beschriebene Ausbildung laufen aber nicht so wirklich ordentlich. Und wir wollen in keine Weise eine ‚Irgendwie geht das schon Ausbildung’ mit schnell, schnell ausgewählten Jugendlichen durchführen. Fu hat eine Art Aufnahmetest vorbereitet damit wir die Gefahr von Teilnehmeru verringern die während dem Kurs aussteigen. Wir können dann ja nicht mehr nachbesetzen.
Ausserdem wollen wir Geschlechtstests bei den Jugendlichen durchführen weil wir auf Genderausgeglichenheit achten und keine Leichtathletik-WM-Zustände wollen. 800 Meter Läufe wird es allerdings keine geben. (Kleiner Scherz am Rande den leider nur jene Sportbegeisterten verstehen die die vergangene Leichtathletik WM verfolgt haben).
Also die Ausbildung soll laut IEFP weiterhin stattfinden. Übermorgen wird sie aber sicher nicht beginnen.

Neun Seiten hat der Bericht jetzt. Wenn ich dann auch noch Photos einfüge werden es über 10 Seiten. Das schreckt sicher viele Leser ab. Besser ich höre auf zu erzählen. Fällt mir zwar echt schwer weil sehr viel noch nicht erzählt ist, aber die Lösung dieses Dilemmas liegt einzig und allein in einer erheblich verbesserten Regelmässigkeit derartiger Berichte, die ich hiermit hoch und heilig verspreche.
Abschliessend nur noch ein (hoffentlich) kurzer Bericht über den Ist-Zustand und ein paar Vorschauen.
IST: ich sitze an einem Samstagnachmittag in meinem ultraschwülen Büro, schwitze wie ich eben schwitze und schreibe. Marisa ist mir Töchtern Natalina und Idalena sowie weiteren Mädchen in Praia.

CD Aufnahme der Batukinhas

CD Aufnahme der Batukinhas

Die kleinen Batukaderas haben ja eine CD aufgenommen und heute wird der letzte Clip für die dazugehörige DVD gedreht. Die Armen, bei der Hitze ist Praia echt furchtbar. Ich durfte das gestern erleben. Bin danach direkt in die Sauna um abzukühlen.
Die CD wird übrigens von einem Caboverdeanische – Amerikanischem Geschäftsmann finanziert, der die Gruppe bei einem Auftritt am Strand erlebt hat und so angetan war, dass er sich spontan zur Finanzierung entschlossen hat.
Dazu sei nur gesagt, dass ich auch gerne in der Lage wäre derartige Dinge spontan zu finanzieren. Seit Jahren finanziere ich nicht einmal meine Hausmiete spontan …
Völlig überraschend: die CD/DVD wird es nach Fertigstellung zum Kauf geben. Der Erlös kommt natürlich den Mädchen und nicht meiner Hausvermieter zu Gute!

Flug mit Landung auf steinigem Erdboden

Flug mit Landung auf steinigem Erdboden

IST: Fussballschule, Schülerubetreuung, die 2 Batukugruppen, Malworkshop etc. sind auch weiterhin garantiert. Teilweise Dank FIFA und streetfootballworld, teilweise Dank Delta Cultura Österreich. Und hauptsächlich Dank all der Menschen die für Delta Cultura arbeiten.
Sehr erfreulich ist diesbezüglich, dass es Delta Cultura in sehr absehbarer Zeit auch in Deutschland geben wird. Vanessa, die 6 Monate in Tarrafal war und bei uns mitgearbeitet hat, hat die Aufgabe der Vereinsregistrierung übernommen und wie ich gerade vor ein paar Tagen von ihr erfahren habe sind die grössten Hürden jetzt genommen.

Hausaufgaben machen vor dem Training

Hausaufgaben machen vor dem Training

Der Antrag liegt beim Finanzamt, muss dann noch, vorbei an Flughafen und Hauptbahnhof, zu einem anderen Amt und von Schimmel weit und breit nix zu sehen. Es kann sich nur mehr um Wochen handeln. Wir alle freuen uns sehr darüber. Neue Möglichkeiten eröffnen sich und werden von Delta Cultura mit Sicherheit wahrgenommen.

IST: die verfluchte, verdammte, saudumme Sache mit der Betriebskostenfinanzierung macht immer noch immer wieder mal Kopfzerbrechen. Viele wollen Projekte finanzieren (vorausgesetzt sie entsprechen den oftmals unterm Schreibtisch entworfenen Richtlinien), aber kaum jemand will Betriebskosten bezahlen. So langweilige Dinge wie Strom, Internet, Projektleitergehalt, Wächter … dabei ist es irrsinnig lustig Stromrechnungen zu begleichen. Oder Projektleitergehälter auszubezahlen. Das sollten alle mal versuchen. Also ich fühle mich danach immer wahnsinnig erleichtert und zu neuen Grosstaten beflügelt.
Man muss natürlich aufpassen, dass am Ende nicht alle nur noch Leiter finanzieren und kein Mensch mehr Projekte … aber in Wirklichkeit ist ja alles eins. Kaum ein Projekt ohne Strom, kaum ein Projekt ohne Leiter, keine Leiter ohne Projekt … Die Gesamtheit! Allles ist Eins! … Und ich kann nicht EINE Miete zahlen.
Sicher ist, dass Delta Cultura weiterhin an der Sicherstellung der Betriebskosten durch Spendeneinnahmen, T-Shirtverkauf, etc. arbeitet und dem Ziel langsam aber stetig näherkommt. Wenn das einmal erreicht ist kann für die schönsten Projekte um Förderung angesucht werden. Um einen Spottpreis weil eben keine Betriebskosten, keine Verwaltungskosten in den Projektkosten enthalten sein werden.
Ich weiss, dass diese Betriebskosten ein ewig wiederkehrendes Thema meiner Berichte ist. Aber es ist eine der Realitäten mit der wir täglich konfrontiert sind. Also erwähne ich sie auch. Es ist ja vor allem keine unwichtige Realität. Sie betrifft die Lebensqualität all der Menschen die für das Zentrum arbeiten. Wenn monatelang kein oder nur teilweise Gehalt ausbezahlt werden kann, dann ist das wenig förderlich was Mitarbeitermotivation betrifft.
Daher immer wieder meine Bitte um Spenden und mein herzlichster Dank an alle die das regelmässig machen!

Und damit ist vom IST alles erzählt was ich nicht vergessen habe.

WIRD: eine neue Delta Cultura Internetseite. Sie ist in Arbeit und schon sehr weit fortgeschritten. Jenny hat die gesamte Gestaltung und Programmierung übernommen. Derzeit arbeiten wir an den deutschen Texten, die praktisch fertig sind. Die Seite wird aber nicht nur einsprachig, nein sie wird VIERsprachig: Deutsch, Kriolu, Englisch und Portugiesisch. Viel Arbeit, aber ich freue mich sehr auf diese neue Seite.

WIRD: im November kommt die deutsche Tanzgruppe ‚tanztheater-global’ nach Tarrafal um ein Video-Tanzprojekt mit Jugendlichen aus Tarrafal zu realisieren. Das ganze wird vom Deutschen Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Delta Cultura ist Partner im Projektland (so heisst das!). Aber dazwischen gibt es ja noch den Oktobermonatsbericht, da werde ich mehr davon erzählen.

WIRD VIELLEICHT: wir suchen auch nach Finanzierung für einen zweiwöchigen Clownworkshop im November, den eine portugiesische Kindertheatergruppe in Tarrafal durchführen will. Die Künstler würden das ohne Honorar machen, allerdings müsste Delta Cultura Flug-, Unterhalts- und Materialkosten übernehmen. Ich gebe gerne zu, dass es sich dabei um mein Lieblingsprojekt handelt, es aber derzeit nicht gut aussieht mit Finanzierung. Unterkunft und Verpflegung könnte man wohl hier durch heimische Betriebe organisieren, aber die Flugkosten! An denen könnte das Unternehmen scheitern. Leider sind keine der Fluglinien bereit zu helfen.

WIRD VIELLEICHT: Oktobermonatsbericht

Batuku

Batuku

WIRD VIELLEICHT HOFFENTLICH: alles besser!

Ich hab ganz wahnsinnig verflucht viel vergessen zu erzählen. Aber ich verschönere jetzt den Bericht mit Fotos, verschicke ihn und tue so als hätte ich noch ein ganzes Wochenende vor mir!

Alles Liebe von uns Allen,
Florian Wegenstein

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