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Delta Cultura

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Anekdoten

Abschied von Nhu Preto

João Junior Cardoso de Pina, von allen nur Nhu Preto gerufen, kam im Alter von 9 Jahren zu Delta Cultura und hat das Bildungszentrum bis zum Abschluss des Gymnasiums nicht mehr verlassen. Er war immer einer der besten Fussballspieler in der jeweiligen Altersklasse. 2022 hat er ein Visum für Portugal bekommen. Zu seinem Abschied hat er den folgenden Text auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht: „Mit grosser Zuneigung und mit Stolz möchte ich mich bei dieser grossartigen Fussballschule von Delta Cultura bedanken, wo sie mich von Anfang an mit viel Liebe aufgenommen haben und wo ich meine Kindheit verbracht habe und sehr viel gelernt habe. Ein Dankeschön ist wirklich sehr wenig für das, was ihr für mich gemacht habt. Dank an alle Funktionäre, Dank von tiefstem Herzen … ihr seid mehr als eine Familie. Ich liebe diese Fussballschule Delta Cultura, möge Gott uns segnen. Egal wohin ich gehe, ich nehme euch in meinem Herzen mit.“
Anekdoten

Der schlimme Khalifa und das Klavier (erzählt von Mathilde / Klavierlehrerin)

Khalifa (9 Jahre alt) ist allgemein bekannt als „schlimmer“ Bub. Er ist gross für sein Alter, kräftig wie sein Vater, der auch jahrelang im Bildungszentrum war und viele andere Kinder haben Respekt vor ihm und seiner leider oft gewalttätigen Art und Weise Probleme zu lösen. Als er eines Tages zu mir ins Klavierzimmer gekommen ist und gemeint hat, er wolle auch Unterricht, kamen sofort die Warnungen der anderen Kinder: Khalifa sei zu unkonzentriert, er mache dauernd nur Blödsinn, er folgt nicht … Ich habe diese Warnungen natürlich in den Wind geschlagen. Und was soll ich sagen: Khalifa ist im Klavierunterricht ganz brav, fast schon schüchtern und kann sich manchmal auch eine ganze Stunde lang konzentrieren … was Musik alles mit Menschen machen kann …
Anekdoten

Katiliany und das spielerische lernen (erzählt von Cutchinha / Betreuerin und Fussballtrainerin)

Während dem Hausaufgaben machen, entstand eine – wie ich meine sehr vielsagende – Unterhaltung zwischen meinem Sohn Rodrigo (10 Jahre alt) und Katiliany (8 Jahre alt). Als Katiliany alle meine Fragen zu der gelernten Materie problemlos beantworten konnte, wollte Rodrigo von ihr wissen: „Warum weisst du hier immer alles, aber wenn du einen Test in der Schule schreibst, vergisst du alles?“ Katiliany hatte sofort eine Erklärung dafür: „Na weil es in der Schule echt ist und hier nur ein Spiel.“ (Anmerkung des Verfassers: bei welcher „Form des Lernens“ – echt oder Spiel – mehr hängenbleibt lässt sich unter anderem bei dem Neurobiologen Andrew Huberman nachhören: https://www.youtube.com/watch?v=hx3U64IXFOY )
Anekdoten

Tissiane und die Stiege in den Himmel (erzählt von Florian / Obmann Delta Cultura Cabo Verde)

Ich war gerade dabei, das Klavierzimmer aufzusperren, als eine Gruppe von 4 Mädchen herangestürmt sind. Tissiane (10 Jahre alt) war ganz aufgeregt: „Florian, Florian, sag uns: gibt es den Himmel oder nicht?“ Ich war etwas überrascht über diese Frage. „Meinst du den Himmel mit dem lieben Gott?“ hab ich sie gefragt. Aber das war es nicht, was sie wissen wollte. Ich musste also kurz überlegen, was denn da die pädagogisch richtige Antwort wäre. Aber meine kurze Pause hat die anderen Mädchen dazu veranlasst ihre Meinung kundzutun: „Natürlich gibt es den Himmel. Schau doch rauf.“ Daraufhin sind Tissianes Nerven offensichtlich gerissen. Sehr echauffiert hat sie die anderen Kinder aufgefordert: „Gut, wenn es den Himmel gibt, dann nimm jetzt eine Leiter, steig rauf und bring mir ein Stück vom Himmel.“
Anekdoten

Fabricio der Fussballtrainer (erzählt von Samir / Betreuer)

Fabricio ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Er kommt jeden Tag ins Bildungszentrum. Er spielt gerne Klavier, geht gerne in den Informatikunterricht, aber seine Leidenschaft ist es, Co-Trainer der U17 zu sein. Oft ist er beim Hausaufgabenmachen eher unkonzentriert, aber sobald er Spieler der U17 ins Training kommen sieht, beeilt er sich, die Hausaufgaben fertigzumachen um Zito dem Trainer als Co-Trainer zur Seite zu stehen. „Zito gehen wir, das Training fängt an“, hallt es dann durchs Bildungszentrum. Und zwar mehr als einmal. Fabricio ist seine Freude richtig anzuhören- und zu sehen.
Anekdoten

Obstbaumverteilung (erzählt von Micael / Projektleiter Baumschule und Waldgarten)

In Achada Grande (Hochebene in der Gemeinde Tarrafal) gibt es viele Bauern, weil es dort ausreichend Wasser gibt. Delta Cultura hat eine Obstbaumverteilung in dieser Region angekündigt und am Tag der Verteilung kamen viele Leute mit ihren Kübeln und Wannen. Sie alle hatten grosses Interesse, mit möglichsten vielen Obstbäume in ihre Gärten zurückzukehren. Der Andrang wurde während der Verteilung immer grösser und es war nicht mehr möglich, eine geordnete Übergabe zu organisieren. Je näher wir ans Ende kamen, um so grösser wurde der Wirbel. Es gab Bauern die Tage später zum zuständigen Stadtrat gegangen sind und behauptet haben Delta Cultura habe Bäume verteilt, aber nur für jene die sie ausgesucht hatten. Das entsprach natürlich nicht der Wahrheit, aber es hat ganz deutlich gezeigt, wie wichtig und willkommen diese Baumverteilungen waren und sind. Diese Aktion hat die Bedeutung der Delta Cultura Baumschule ganz eindrücklich belegt.